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Wissenswertes über Waffenschränke und gesetzliche Grundlagen (CH)

(Die nachfolgenden Ausführungen haben keine verbindlichen Charakter, sondern sind nur als Hilfe für Personen gedacht, welche sich über die Materie informieren möchten. Für Schäden oder Rechts-Streitigkeiten wird jede Haftung abgelehnt)

Der Schweizer Gesetzgeber legt nicht genau fest, wie bei der Aufbewahrung von Waffen vor gegangen werden muss.

Das Gesetz sagt dazu:

SR 514.54 Waffengesetz

Art. 26 Aufbewahren

1 Waffen, wesentliche Waffenbestandteile, Waffenzubehör, Munition und Munitionsbestandteile sind sorgfältig aufzubewahren und vor dem Zugriff unberechtigter Dritter zu schützen.

2 Jeder Verlust einer Waffe ist sofort der Polizei zu melden

SR 514.541 Waffenverordnung

Art. 47

1 Der Verschluss von Seriefeuerwaffen und zu halbautomatischen Feuerwaffen umgebauten Seriefeuerwaffen ist getrennt von der übrigen Waffe und unter Verschluss aufzubewahren.

2 Vorbehalten bleiben die besonderen Vorschriften der Militärgesetzgebung.

Alle Armee Waffen und in den persönlichen Besitz übergebenen Armeewaffen (Seriefeuer blockiert – P gestempelt) fallen somit unter der Art 47 WV. Nicht unter den Art 47 WV fallen, alle von Anfang an nur mit Einzelschussautomatik verkauften Gewehre wie Stgw 90 und Stgw 57 (Version PE). Diese wurden nicht umgebaut, sondern von aller Anfang an, nur mit Einzelschuss Funktion hergestellt. Dieser Artikel 47 WV deckt sich mit den Militärischen Vorschriften, für die Aufbewahrung der persönlichen Waffe zu Hause. 

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Als Dritte sind alle Personen zu verstehen, welche keine Berechtigung für den Erwerb der Waffe haben. Das schliesst alle Personen im Haushalt ein – also z.B. auch Lebenspartner und andere Familienangehörige. Ein Kleiderschrank erfüllt somit die Voraussetzung nicht. In der Regel können alle Personen im Haushalt den besagten Kleiderschrank öffnen. Auch eine durch eine Einzelperson bewohnte Wohnung, erfüllt die Kriterien als für Dritte nicht zugänglich, nicht. Ein Gerichtsurteil des Kantons Bern, begründet es damit, dass bei einer Einladung (z.B. zum Essen) sich Dritte in der besagten Wohnung aufhalten und dadurch auch zugriff zur Waffen haben können.

Als unter Verschluss gilt nur ein Behältnis oder ähnlich, dass mit einem Schlüssel effektiv verschlossen wird.

Als absolute minimale Anforderung, kann dass eine Tischschublade mit einem Schloss sein – diese muss aber somit immer verschlossen sein!. Oder für Langwaffen ein eigens für die Waffen verschlossener Schrank. Somit wären die minimal Anforderungen an das Gesetz erfüllt. Dass das aber kein wirksamer Schutz ist und ein verantwortungsbewusster Waffenbesitzer mehr tut, ist selbstverständlich!

Beispiel für das minimale einschliessen einer Waffe zuhause:

 Abschliessbare Kassette
Bild: (cc) ChlempiAbschliessbare Kassette Bild: (cc) Chlempi

 Transport-Box mit Munitionsfach
Bild: (cc) ChlempiTransport-Box mit Munitionsfach Bild: (cc) Chlempi    

Mögliche Lösung: Waffe wird in einer einfachen Geldkassette verwahrt.

Mögliche Lösung: Waffe wird in einer Waffenbox mit Munitionsfach verwahrt.

Diese beiden Beispiele stellen nur die minimal Anforderung an das Gesetz sicher. (SR 514.54 Art. 26)
(In Deutschland genügt dieses Beispiel nicht der gesetzlichen Mindestanforderung)

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Wer die Sicherheit ernst nimmt – benutzt für die Aufbewahrung spezielle Waffenschränke. Diese sind heute schon für wenig Geld in fast jedem Baumarkt zu kaufen.

Tresore oder Waffenschränke mit einem Zertifikat, sind solchen ohne, vor zu ziehen. Ein einfacher Blechschrank wie er auch für Garderoben verwendet wird, werden auch als Waffenschränke im Handel angeboten. Solche einfachen Schränke sind auch für Gelegenheitstäter, kein Hindernis. Mit einem einfachen Schraubendreher, ist ein solcher Schrank in weniger als einer Minute zu öffnen.
Bei den Waffenschränken sind einige Punkte zu beachten:

  • Für Langwaffen sollten nur Schränke mit mindestens der Sicherheitsstufe S1 (A) verwendet werden;

    • Sicherheitsstufe S1 entspricht der VDMA A wird aber geprüft.

  • Für Kurzwaffen sollten nur Sicherheitsbehälter mit mindestens der Sicherheitsstufe S2 (B) verwendet werden.

    • Sicherheitsstufe S2 entspricht der VDMA B wird aber geprüft.

Behälter ohne Zertifikat sind nicht zu empfehlen - sind aber für die Aufbewahrung von Munition zugelassen.

Besser ist es, man verwendet Wertschutzbehälter mit der Bezeichnung EN1143-1 oder VdS 2450 Klasse 0/N oder höher. Diese Wertschutzschränke werden von unabhängigen Stellen auf ihre Aufbruchsicherheit geprüft.

 

Etikette eines Waffenschrankes

mit der Sicherheitsstufe A

 

Etikette eines Waffenschrankes mit

der Sicherheitsstufe B

 

Das die Munition nicht zusammen mit der Waffe aufbewahrt wird – ist selbstverständlich. Eine Variante bieten manche Waffenschränke oder Boxen, welche ein zusätzlich verschliessbares Innenfach aufweisen. Besser ist es aber die Munition in einer separaten Sicherheitsbox aufzubewahren.

Weitere Hilfe bieten Merkblätter der verschiedenen Polizei Korps. Beispiel: Merkblatt

Die Kapo Aargau hat eine sehr gute (und korrekte!) FAQ Seite zu Fragen betr. dem Waffengesetz
(Danke an das Waffenbüro): FAQ Kapo AG

Nachfolgend ein Merkblatt als Orientierungshilfe, für alle die ein bisschen mehr tun wollen, als es das Gesetz vorschreibt.

  • Merkblatt für Lagerung von Waffen im privatem Umfeld: Download PDF

  

Transport von Waffen

Für den Transport zum Schiessstand (und zurück) müssen Waffen und Munition getrennt sein. Es darf sich keine Munition im Magazin befinden. Empfohlen wird, die Waffe in einem geschlossenen Behältnis mit zu führen. Keinesfalls darf die Waffe auf "Mann" getragen werden. Dazu wäre eine Waffentragbewilligung notwendig. Diese wird nur äusserst sellten und nur mit ganz gewichtigen Gründen erteilt.

Ein geschlossenes Behältnis ist zum Beispiel eine Tasche, welche mit einem Reissverschluss geschlossen ist (geschlossen ist nicht gleich verschlossen).  Ein offener Verschluss (Schlitten) und entferntes Magazin sind nicht von Gesetzes wegen vorgeschrieben.

Natürlich kann eine Waffe auch in einem verschlossenen Behältnis transportiert werden, wie ich sie weiter oben bei der Aufbewahrung für zu Hause beschrieben habe.

Beispiel für geschlossene und verschlossene Transportbehältnise:

Transporttasche
Bild: (cc) ChlempiTransporttasche Bild: (cc) Chlempi

Beispiel: Transporttasche für Pistole. Diese kann mit einem Reissverschluss geschlossen werden. Wichtig: keine Munition (Magazin ist leer)

 

 Pistolentasche mit Munition für den Transport
Bild: (cc) ChlempiPistolentasche mit Munition für den Transport Bild: (cc) Chlempi

Wenn mit der Waffe auch Munition mitgeführt werden soll, ist ein seperates (am besten verschlossenes) Behältnis zu verwenden.

 

 

 

Transportbehälter mit Munitionsfach
Bild (CC) ChlempiTransportbehälter mit Munitionsfach Bild (CC) Chlempi

Beispiel eines Transportbehälters: Verschliessbar mit integrierter Munitionsbox.

Sinngemäss gilt dies auch für Langwaffen. Hier kann die Munition z.B. in einer Geldkassette eingeschlossen und mitgebracht werden (siehe Beispiel oben mit der Pistole).

 

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Spezielle Anforderungen stellen sich für Schützenvereine

Schützenvereine welche für das Schiesswesen ausser Dienst Waffen aufbewahren müssen – richten sich nach den Weisungen der Armee. Die Grundlagen finden sich in der Schiessverordung (SR 512.31) und der Schiessverordnung VBS (SR 512.311). Ebenso in den technischen Grundlagen für Schiessanlagen ausser Dienst.

Als Leitfaden können folgende Merkblätter zu Rate gezogen werden.

  • Merkblatt für Lagerung von Langwaffen im Schiessstand: Download PDF

  • Merkblatt für Lagerung von Kurzwaffen im Schiessstand: Download PDF

  

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Anregungen und Bemerkungen: Mail

(c) Clément Dominik, November 2016

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